Ausstellungseröffnung Queer Immortality
1. Oktober ab 18:00
Wie erinnern wir uns an gelebtes Leben abseits von klassischen Traditionen, die dieses kaum widerspiegeln? Welche Bedeutung trägt der Verlust von Räumen für queere Gemeinschaften? Was haben Vampire mit queerem Begehren zu tun?
Queer Immortality – Der Tod muss ein*e nichtbinäre*r Wiener*in sein widmet sich queeren Formen des Erinnerns sowie Perspektiven auf Leben, Sterben und Vergänglichkeit. Nach dem Tod werden queere Identitäten häufig ausgelöscht, umgedeutet oder aus ihrem sozialen Kontext gerissen. Traditionelle Rituale des Sterbens und Trauerns werden queeren Lebensrealitäten oft nicht gerecht und schließen insbesondere Wahlfamilien aus. Die Ausstellung zeigt Trauer als kollektive Erfahrung und verzerrte Erinnerung. Sie entwirft Perspektiven für queere Begräbnisse und Grabstätten, die disruptiv und ungewohnt erscheinen mögen, gerade dadurch aber queeren Lebensrealitäten gerecht werden.
Gleichzeitig sind Räume Ausdruck queeren Lebens, an denen Gemeinschaft entsteht und sich verankert. Ihr Verlust – durch Abriss, Verdrängung und Auflösung – kann dem Sterben einer Gemeinschaft nahekommen und kollektive Trauer hinterlassen. Queere Aktivist*innen von St. Marx greifen die aktuelle Erfahrung der Zerstörung dieses Freiraums in einer künstlerischen Position auf: Fotografische Arbeiten zeigen Objekte als Zeugnisse der Vergänglichkeit, die an Vanitas-Darstellungen erinnern, sowie Depots, die Ausschlussmechanismen sichtbar machen.
(Un-)Sterblichkeit erscheint dabei in ihrer Ambivalenz: als Aufbrechen der Identität, als Schwellenzustand zwischen dem Wunsch nach Zugehörigkeit und dem Bedürfnis nach Sichtbarkeit. Zugleich zwingt uns der Rückzug aus der Realität gegenüber der Konfrontation mit dem Leben zur Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit.
Auch der provokante Umgang mit Tod und (Un-)Sterblichkeit ist wesentlicher Bestandteil queerer Kulturgeschichte. Vampire stehen in Literatur und Kunst seit Langem für verbotenes Begehren, verborgene Subkulturen, fluide Genderidentitäten und Verweigerung der gesellschaftlichen Normen. In Videoarbeiten werden Drag Queens zu Leichenbestatter*innen, während ein Vampir versucht, den gestohlenen Kopf Friedrich Wilhelm Murnaus zu ersetzen. Eine Reihe performativer Installationen rückt Nebendarsteller*innen in den Fokus, die in Horrorfilmen als erste dem Tode geweiht sind.
🖼️ Austellungseröffnung
📅 Wann? 01.10. ab 18:00
💬 Sprache: Deutsch und Englisch
📍 Wo? QUEER MUSEUM VIENNA | Baumgartner Höhe 1, 1140 Vienna
💶 Freier Eintritt, Spenden sind willkommen
This event is supported by:

