Queer Immortality
Der Tod muss eine*r nichtbinäre*r Wiener*in sein
Ausstellung im QUEER MUSEUM VIENNA vom 2. Oktober 2026 bis 24. Jänner 2027
Ausstellungseröffnung: 1. Oktober ab 18:00 Uhr
Wie erinnern wir Leben, das sich unseren Konventionen von Trauer entzieht?
Die multimediale Kunstausstellung Queer Immortality im QUEER MUSEUM VIENNA widmet sich queeren Formen des Gedenkens und beleuchtet unterschiedliche Perspektiven auf Leben, Sterben und Vergänglichkeit. Ihr Tod kann für viele queere Identitäten ihre Auslöschung oder Umdeutung bedeuten. Sie werden aus ihren sozialen Kontexten gerissen und von ihren Wahlfamilien getrennt. Traditionelle Rituale des Sterbens und Trauerns werden queeren Lebensrealitäten oft nicht gerecht.
Künstlerische Positionen von Peter Kozek, LA GEORGETTA, Heti Prack, Siggi Sekira und Florian Aschka zeigen Trauer als kollektive Erfahrung und verzerrte Erinnerung. Sie entwerfen queere Alternativen für Begräbnisse und Grabstätten, die disruptiv und ungewohnt erscheinen mögen, gerade dadurch aber queeren Lebensformen gerecht werden. Auch Raum kann mit Verlust und Trauer verbunden sein, wie Aktivist*innen in ihrer Auseinandersetzung mit patriarchaler Gewalt und Gedenken um den zerstörten Freiraum St. Marx zeigen. Julia Fuchs beschäftigt sich Queer Immortality mit dem Kunstdepot als Zwischenort der Im/mortalität und Danielle Pamp nähert sich der (Un-)Sterblichkeit, die Brüchen und Transformationen zugrunde liegt.
Lesbische Vampire aus der Steiermark, Drag Queens und Horrorfilme
Der provokante Umgang mit Tod und (Un-)Sterblichkeit ist wesentlicher Bestandteil queerer Kulturgeschichte. In der Webserie Just Gorgeous – Beauty for Dead People, die von Berivan Sayici und Luis Javier Murillo entwickelt wurde und in der Ausstellung zu sehen sein wird, werden Drag Queens zu Leichenbestatter*innen. In einer Reihe performativer Installationen des Kollektivs HEATHERS rücken Nebendarsteller*innen in den Fokus, die in Horrorfilmen sonst als erste dem Tode geweiht sind.
Vampire stehen in Literatur und Kunst seit Langem für verbotenes Begehren, verborgene Subkulturen, fluide Genderidentitäten und die Verweigerung gesellschaftlicher Normen. Den Prototyp lesbischer Vampire finden wir in der Novelle Carmilla, welche übrigens in der Steiermark spielt. In Thomas Hörls Film F.W.M. Symphonie versucht ihr Nachfolger Nosferatu, den gestohlenen Kopf Friedrich Wilhelm Murneaus zu ersetzen.
Die Ausstellung Queer Immortality ist vom 2. Oktober 2026 bis zum 24. Januar 2027 immer donnerstags bis sonntags von 14:00 bis 18:00 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet und wird von einem umfangreichen Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm begleitet.
Kuratorin: Barba Stöhr Künstler*innen: Peter Kozek, LA GEORGETTA, Heti Prack, Siggi Sekira, Florian Aschka, Danielle Pamp, Julia Fuchs, Berivan Sayici, Luis Javier Murillo, Thomas Hörl, Thomas Schoiswohl mit Aktivist*innen, HEATHERS
🖼️ Ausstellung
📅 Wann? 02.10.26 bis 24.01.27
💬 Sprache: Englisch und Deutsch
📍 Wo? QUEER MUSEUM VIENNA | Baumgartner Höhe 1, 1140 Vienna
📩 Keine Anmeldung notwendig
💶 Freier Eintritt, Spenden sind willkommen
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